Endlich frei: Ein Leben ohne Angst vor dem nächsten Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt ist ein einschneidendes Erlebnis, das das eigene Leben vollständig umkrempelt. Nicht zuletzt leiden viele Betroffene unter der Angst vor einem erneuten Herzinfarkt. Deshalb erörtern wir im folgenden Beitrag die Fragen: Was sind die Ursachen dieser Angst und wie lässt sie sich bekämpfen?

rotes Herz mit Pflaster und EKG, weier Hintergrund© Sonja Calovini / Fotolia

Angstgefühle nach einem Herzinfarkt sind normal

Ein Herzinfarkt lässt niemanden vollkommen unberührt. Es ist daher verständlich und natürlich, dass sich Betroffene Sorgen um ihre Gesundheit machen. Und nicht nur das: Angst kann in Maßen sogar hilfreich sein. Sie dient als Warnsignal und Motivation zur Anpassung der eigenen Lebensweise. Ihr Nutzen kann sich jedoch leicht ins Gegenteil verkehren, wenn die Angst überhandnimmt und mehr und mehr das komplette Denken und Handeln der Betroffenen kontrolliert.

Das kann sich sowohl auf die physische als auch die psychische Gesundheit auswirken:

• Übertriebene Schonung: Durch die Angst, bei körperlicher Anstrengung einen erneuten Herzinfarkt auszulösen, vermeiden Betroffene jegliche körperliche Aktivität.
• Sinkende Fitness: Die mangelnde Bewegung führt zur Abnahme der Belastbarkeit und fördert das Risiko eines erneuten Herzinfarkts.
• Soziale Abschottung: Die Schonung kann so weit gehen, dass Betroffene kaum das Haus verlassen und soziale Kontakte darunter leiden.
• Depression: Die Gedanken an die eigene Sterblichkeit und die soziale Abschottung schaden der Lebensqualität. Nicht selten entsteht mit der Zeit eine Depression.

Die Folge ist ein Teufelskreis: Die verringerte Belastbarkeit und die zunehmende Depression verstärken das Angstgefühl nur noch weiter und veranlassen Betroffene, sich noch mehr zu „schonen“. Oft führt eine übertriebene Aufmerksamkeit dazu, beinahe jeden Herzschlag genau zu analysieren. Erschwerend kommt hinzu, dass die eigenen Gedanken den Körper beeinflussen können:

1. Das Herz schlägt schneller oder unregelmäßig.
2. Die Zeichen werden überinterpretiert: „Ist das der Beginn eines neuen Herzinfarkts?“
3. Lassen die gefühlten Symptome nicht nach, steigert sich die Angst und kann zur Panik werden.
4. Die Angst löst weitere Reaktionen wie Schweißausbrüche und Brustenge aus.
5. Dies wirkt wie eine Bestätigung eines drohenden Herzinfarkts. Die Angst beschleunigt den Herzschlag weiter.
6. Weiter bei 1

Keine Angst vor Hilfe

Nach einem Herzinfarkt ist es deshalb wichtig, ein gesundes Gleichgewicht zu finden: Achten Sie auf Ihre Gesundheit. Aber vergessen Sie nicht, Ihr Leben zu leben und es auch zu genießen. Dabei hilft es, sich abzulenken und bewusst Tätigkeiten nachzugehen, die Ihnen auch vor dem Herzinfarkt Freude bereitet haben – beispielsweise geeignete sportliche Aktivitäten. Diesen Balanceakt müssen Sie jedoch nicht alleine vollbringen. Zahlreiche Angebote zielen darauf ab, Betroffene nach einem Herzinfarkt zu unterstützen:

• Selbsthilfegruppen: Oft hilft es bereits, einfach mit Menschen zu sprechen, die Ähnliches durchgemacht haben. Eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe finden Sie zum Beispiel über die Suchfunktion der Deutschen Herzstiftung.
• Psychologische Beratung: Je tiefer die Angst sitzt, desto schwieriger ist es, sich von ihr zu lösen. In vielen Fällen kann die Unterstützung durch einen Experten sinnvoll sein – auch um der Entstehung einer Depression vorzubeugen. Eine Psychotherapie kann die Angst oft sehr wirkungsvoll bekämpfen. Ihr Hausarzt oder Kardiologe kann Ihnen dazu eine Überweisung ausschreiben.

Wer sich abgesichert fühlt, beugt der Angst vor.

Unser Herzfit-Service bietet Ihnen deshalb rund um die Uhr medizinisches Fachpersonal als Ansprechpartner bei Fragen zu Ihrer Gesundheit. Dabei haben Sie auch die Möglichkeit, Messwerte eines kleinen 12-Kanal-EKGs für zuhause elektronisch an unsere Zentrale zu übertragen und sofort im Telefongespräch Rückmeldung dazu zu erhalten.

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