Arbeiten im Haushalt nach dem Herzinfarkt

Der Herzinfarkt ist überstanden, die Reha liegt hinter Ihnen: Endlich geht es wieder nach Hause. Während es einige Menschen nun kaum erwarten können, endlich wieder auf eigenen Beinen zu stehen, sind andere verunsichert und haben Sorge, dass sie den täglichen Aufgaben nicht mehr gewachsen sind.

Senior man gardener cutting hedge. Portrait of a retired man pruning an hedge. Mature gardener cutting bush. © Rido / Fotolia

Zurück in den Alltag

Ob Sie nun zu denen gehören, die voller Tatendrang der Normalität entgegenfiebern, oder es Sie nervös macht, den Alltag allein zu meistern: Diese Gefühle sind völlig natürlich. Nicht selten empfinden Menschen nach einem Herzinfarkt auch beides: Sie freuen sich einerseits auf ihre wiedergewonnene Selbstständigkeit, sind aber andererseits besorgt, nicht alles schaffen zu können. Im folgenden Ratgeber möchten wir Ihnen bei dem Schritt in ein selbstständiges Leben ein wenig behilflich sein.

Holen Sie sich ärztlichen Rat

Bevor Sie sich nun in die Hausarbeit stürzen, lassen Sie sich von Ihrem Arzt gründlich durchchecken und beraten. Er wird Ihnen nach intensiven Untersuchungen sagen, wie es um Ihre körperliche Leistung bestellt ist und was Sie Ihrem Körper zumuten dürfen. Noch wichtiger ist allerdings ihr eigenes Körpergefühl: Seien Sie keinesfalls zu ehrgeizig und hören Sie auf die Warnsignale Ihres Körpers.

Leichte Hausarbeiten für den Anfang

Leichte Tätigkeiten sind ideal, um sich wieder an die Belastung zu gewöhnen und um Ihrem Alltag ein Stück Normalität zurückzugeben. Steigern Sie die Belastung nur langsam und halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt. Bei schwierigen oder körperlich anstrengenden Tätigkeiten sollten Sie sich Hilfe holen. Bitten Sie Familienmitglieder, Freunde oder Nachbarn um ihre Mithilfe – als kleines Dankeschön können Sie zum Beispiel zu Kaffee und Kuchen einladen. Haben Sie keine Scheu, um Hilfe zu bitten: Oft fühlen sich Freunde und Verwandte hilflos und sind froh darüber, wenn sie Ihnen unter die Arme greifen können.

Welche Tätigkeiten „leicht“ oder „schwer“ sind, hängt natürlich von Ihrem persönlichen Empfinden, Ihrer Konstitution und – nicht zuletzt – von der Größe Ihres Haushalts ab. Eine kleine Übersicht finden Sie in der folgenden Liste:

Leichte Tätigkeiten

• Staubwischen
• Allgemeine Ordnung halten
• Kochen und backen
• Wäsche waschen
• Kleine Einkäufe
• Leichte Gartenarbeit (z. B. Pflanzen beschneiden, Pflege)

Schwere/anstrengende Tätigkeiten

• Fensterputzen
• Gartenarbeit (z. B. Rasenmähen)
• Wocheneinkauf
• Je nach Wohnungsgröße: Staubsaugen und durchwischen
• Bügeln bei Hitze
• Bad putzen

Auch die Betreuung von Kindern, falls welche im Haus sind, kann zum Teil sehr anstrengend sein. Sollten Sie niemanden um Hilfe bitten können oder wollen, versuchen Sie über Ihre Krankenkasse eine Haushaltshilfe zu beantragen. Sie kann Ihnen schwere Aufgaben abnehmen und Sie in Ihrem Alltag unterstützen. Über die jeweiligen Voraussetzungen berät Sie Ihre Krankenkasse.

Wenn Sie die Voraussetzungen nicht erfüllen, sich aber dennoch nicht zu allen Aufgaben in der Lage fühlen, seien Sie erfinderisch. Für den Wocheneinkauf können Sie zum Beispiel einen Lieferservice nutzen: Viele lokale Geschäfte liefern die Einkäufe ab einem bestimmten Bestellwert bequem zu Ihnen nach Hause. Annoncieren Sie in der lokalen Zeitung Aufgaben, wie z. B. Rasenmähen oder Fensterputzen. Häufig sind Schüler oder Studenten aus der Nachbarschaft auf der Suche nach einem Ferienjob oder einem kleinen Nebenverdienst.

Finden Sie die Balance

Gerade am Anfang kann es passieren, dass Sie schon bei der kleinsten Anstrengung aus der Puste geraten. Ärgern Sie sich nicht, sondern freuen Sie sich darüber, was Sie bisher geschafft haben. Versuchen Sie, gelassen mit der Situation umzugehen: Der Staub wird bis morgen nicht weglaufen und auch ein Garten verwildert nicht sofort, wenn Sie es mal nicht schaffen, ihn zu pflegen.

Planen Sie ausreichend Zeit für kleine Ruhepausen ein und hören Sie mit der Hausarbeit auf, wenn Sie sich erschöpft fühlen. Gerade nach einem Herzinfarkt ist es wichtig, die Balance zwischen Anstrengung und Entspannung zu finden.

Was Freunde und Verwandte tun können

Wenn ein Freund oder Verwandter einen Herzinfarkt erlitten hat, fühlt man sich zunächst hilflos. Man möchte gerne helfen, weiß aber nicht, welche Art von Hilfe erwünscht ist und möchte Sich auch nicht aufdrängen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihre Hilfsbereitschaft klar formulieren und signalisieren. Sagen Sie ganz deutlich, wie Sie helfen möchten und auch, wann Sie Zeit dazu haben.

Gehen Sie montags immer einkaufen? Dann sagen Sie, dass Sie gern beide Einkäufe erledigen.

Haben Sie samstags frei? Dann bieten Sie an, im Garten zu helfen und ein wenig Zeit miteinander zu verbringen.

So zeigen Sie Ihre Wertschätzung und dass Verlass auf Sie ist. Häufig trauen sich Betroffene nicht, um Hilfe zu bitten oder tun sich schwer damit, sie anzunehmen. Beobachten Sie Ihren Freund oder Verwandten ganz genau. Wenn Sie merken, dass er überfordert ist, können Sie ihm zur Hand gehen und sehen gleichzeitig, bei welchen Tätigkeiten er Hilfe braucht. Sprechen Sie sich im Freundes- oder Familienkreis untereinander ab und verteilen Sie die Aufgaben gleichmäßig.

Als Mitglied des Herzfit-Service erfahren Sie zusätzliche Sicherheit in Ihrem Alltag. Sie können sieben Tage die Woche, rund um die Uhr Ihr 12-Kanal-EKG elektronisch an unser Telemedizinisches Zentrum übertragen. Unser medizinisch geschultes Fachpersonal steht Ihnen telefonisch zur Verfügung, wertet Ihr EKG aus und steht Ihnen als Ansprechpartner bei allen Fragen zum Thema Herzgesundheit zur Verfügung.

Arbeiten im Haushalt nach dem Herzinfarkt
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