Folgen eines Herzinfarkts: Wie geht es weiter?

Nach einem Herzinfarkt spüren Betroffene oft vor allem eines: Unsicherheit. Hier erfahren Sie deshalb, wie es nach einem Herzinfarkt weitergeht und worauf Sie in Zukunft achten müssen.

Portrait of senior man sitting on a wooden log and looking at the lake. Mature man camping by a lake. © Robert Kneschke / Fotolia

Erste Schritte nach dem Herzinfarkt

Die ersten 48 Stunden nach dem Herzinfarkt sind besonders wichtig. In dieser Zeit – manchmal auch länger – bleiben Patienten nach der Akutbehandlung in der Regel im Krankenhaus zur Beobachtung auf der Intensivstation.

Auf diese Weise können Ärzte schnell eingreifen, falls es als unmittelbare Folge des Herzinfarkts zu Herzrhythmusstörungen wie dem gefährlichen Kammerflimmern oder zu anderen Komplikationen kommt. Nach dieser Beobachtungsphase nehmen Herzinfarkt-Patienten meist an einem mehrwöchigen Rehabilitationsprogramm teil.

Hier lernen Betroffene, wie sie nach einem Herzinfarkt wieder zurück in ihren Alltag finden und welche Vorsichtsmaßnahmen zu beachten sind.

Herzgesundheit nach dem Infarkt

Die wahrscheinlich wichtigste Folge des Herzinfarkts ist: Nach dem ersten Herzinfarkt ist das Risiko für einen zweiten Infarkt erhöht. Aus diesem Grund müssen Betroffene noch stärker als zuvor auf eine gesunde Lebensweise und eine ausgewogene Ernährung achten. Ein Herzinfarkt kann jedoch langfristig auch zusätzliche Auswirkungen auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit haben. Die individuellen Folgen sind abhängig von der Schwere des Infarkts und variieren von Patient zu Patient.

Mögliche Folgen eines Herzinfarkts sind unter anderem:

Herzrhythmusstörungen: Viele Herzrhythmusstörungen sind kaum wahrnehmbar, erhöhen aber das Risiko für weitere Komplikationen. Nach einem Herzinfarkt müssen Patienten deshalb regelmäßig zu ärztlichen Kontrolluntersuchungen gehen.

Herzschwäche: Das durch den Infarkt geschädigte Herz kann unter Umständen nicht mehr mit der gleichen Kraft pumpen wie vorher. Die verschlechterte Blutversorgung kann unter anderem zu Müdigkeit, Atembeschwerden und Wasseransammlungen („Ödemen“) in den Beinen führen.

Angina-pectoris-Beschwerden: Viele Patienten leiden nach einem Herzinfarkt unter einer regelmäßig wiederkehrenden, schmerzhaften Brustenge (der sogenannten Angina pectoris), die meist bei körperlicher Anstrengung auftritt. Tritt eine Angina pectoris in Ruhe auf, dann ist das ein Alarmsignal. Betroffene sollten sofort einen Krankenwagen rufen!

Medikamente für den Rest des Lebens?

Eine medikamentöse Therapie ist ein wichtiges Mittel zur Vermeidung eines erneuten Herzinfarkts und anderer Komplikationen. Dazu gehören z. B. Arzneimittel zur Hemmung der Blutgerinnung, Beta-Blocker oder entwässernde Medikamente zur Behandlung der Beinödeme. Viele dieser Medikamente müssen ein Leben lang eingenommen werden. Ärzte bemühen sich jedoch, die Anzahl der einzunehmenden Arzneimittel gering zu halten – beispielsweise durch den Einsatz von Kombinationspräparaten, die mehrere Wirkstoffe in einer Tablette enthalten.

Manche Medikamente können mit unerwünschten Nebenwirkungen einhergehen. Dazu gehört etwa eine erhöhte Blutungsneigung bei der Einnahme von Gerinnungshemmern. Dennoch sollten Betroffene ihre Medikamente nicht auf eigene Faust absetzen, sondern sich zuerst an ihren Arzt wenden. Dieser kann dann bei Bedarf die Therapie anpassen, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Mitten im Leben nach dem Herzinfarkt

Trotz der gesundheitlichen Folgen eines Herzinfarkts führen viele Betroffene weiterhin ein erfülltes Leben. Oft beschreiben Patienten ihr Leben nach dem Herzinfarkt als zweite Chance und ziehen daraus die Kraft, ihre Lebensgewohnheiten von Grund auf neu zu gestalten.

Dennoch besteht nicht selten Unsicherheit über die Auswirkung des Herzinfarkts auf verschiedene Bereiche des Lebens:

Sport: Regelmäßige Bewegung ist in den meisten Fällen sinnvoll und unterstützt die Therapie nach einem Herzinfarkt. Die ideale Intensität der körperlichen Anstrengung ist dabei abhängig von der allgemeinen Herzgesundheit. Eine zu hohe Belastung kann auch schaden. Deshalb sollten Betroffene geeignete sportliche Aktivitäten unbedingt mit ihrem Arzt absprechen.

Sex: Geschlechtsverkehr ist für die meisten Patienten auch nach einem Herzinfarkt ohne Bedenken möglich. Lediglich bei schweren Herz-Kreislauf-Komplikationen oder sehr geringer Belastbarkeit der Betroffenen ist Vorsicht geboten. Zögern Sie bei Zweifeln nicht, Ihren Arzt darauf anzusprechen. Er ist mit dem Thema vertraut und kann Sie professionell und sachlich beraten. (Quelle)

Achtung: Potenzsteigernde Medikamente können möglicherweise gefährliche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln verursachen. Sprechen Sie deshalb vor der Anwendung solcher Mittel unbedingt mit Ihrem Arzt.

Beruf: In der Regel finden Menschen nach einem Herzinfarkt wieder zurück in das Arbeitsleben. Wichtig ist dabei, sich genügend Zeit zu nehmen, um die Belastung zu Beginn gering zu halten. Dabei kann beispielsweise eine Übergangsphase mit Teilzeitarbeit helfen. Auch das Erlernen von Stressmanagement-Techniken wie Yoga und autogenem Training können helfen, mit den Anforderungen des Berufs besser zurechtzukommen.

Familie und Soziales: Die Teilnahme am sozialen Leben ist auch nach dem Herzinfarkt ein wichtiges Element für eine gute Lebensqualität. Anfängliche Bedenken sind oft unbegründet: Die meisten Menschen haben Verständnis dafür, dass Freunde nach einem Herzinfarkt beispielsweise auf Alkohol und ungesundes Essen verzichten. Familie und Freunde sind zudem oft eine wichtige Unterstützung bei der Verarbeitung des Herzinfarkts und der neuen Lebensumstände.

Unsicherheiten aus dem Weg räumen

Manche Menschen stürzen sich nach einem Herzinfarkt geradezu ohne Rücksicht auf Verluste wieder ins Leben und bürden sich damit nicht selten eine zu hohe Belastung auf. Andere wiederum empfinden so große Angst vor einem Rückfall, dass sie sich kaum aus dem Haus wagen. Der goldene Mittelweg eines möglichst sorgenfreien, aber achtsamen Lebens ist nicht immer leicht zu finden – vor allem, wenn verständlicherweise viele Fragen zur eigenen Gesundheit im Kopf kreisen. Der Herzfit-Service bietet Ihnen deshalb rund um die Uhr medizinisches Fachpersonal als Ansprechpartner bei Fragen zu Ihrer Gesundheit. Dabei haben Sie auch die Möglichkeit, Messwerte eines kleinen 12-Kanal-EKGs für zuhause elektronisch an unsere Zentrale zu übertragen und sofort im Telefongespräch Rückmeldung dazu zu erhalten.

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