Reha nach dem Herzinfarkt – Der Weg zurück ins Leben

Die medizinische Rehabilitation, auch „Reha“ genannt, ist nach einem Herzinfarkt der erste Schritt zurück ins tägliche Leben. Neben einem körperlichen Ausdauertraining erhalten Betroffene in der Reha eine ausführliche Schulung und psychologische Unterstützung bei der Verarbeitung des Herzinfarkts.

Senior couple exercising in gym© Kzenon / Fotolia

Ein Rehabilitations-Programm ist nach der akuten Therapie des Herzinfarkts eine wichtige Maßnahme im Rahmen der sogenannten Anschlussheilbehandlung. Die Kosten werden je nach Berufstätigkeit von der Renten- oder Krankenversicherung erstattet.

Wie verläuft die Reha?

Die Reha verfolgt verschiedene Ziele. Sie soll den Gesundheitszustand des Betroffenen verbessern, weiteren Herz-Kreislauf-Komplikationen in der Zukunft vorbeugen und die Rückkehr in das normale Leben erleichtern. Dazu erhält jeder Patient ein individuell auf ihn und seine gesundheitliche und soziale Situation zugeschnittenes Programm. In der Regel dauert die Reha drei bis vier Wochen.

Meist besteht das Programm einer Reha aus mehreren Einheiten. Dazu gehören:

Aufbautraining: In der Regel gilt: Je besser der Körper trainiert ist, desto niedriger ist das Risiko für weitere Herzinfarkte in der Zukunft – sofern sich Betroffene dabei nicht überlasten. Deshalb beinhaltet die Reha eine schonende Bewegungstherapie, die die Ausdauer und körperliche Fitness der Betroffenen allmählich verbessert. Möglich sind zum Beispiel Gymnastikübungen, Übungen im Wasser, Spaziergänge oder Trainingseinheiten am Fahrradergometer.

Schulung: Nach einem Herzinfarkt müssen Patienten ihre Lebensgewohnheiten oft grundlegend umstellen. In der Reha erfahren Patienten deshalb unter anderem, worauf sie bei der Ernährung achten müssen, warum regelmäßige Bewegung wichtig ist und wie sie besser mit Stress im Beruf umgehen können. Dazu können sie zum Beispiel Entspannungsübungen wie etwa das autogene Training erlernen.

Psychologische Unterstützung: Ein Herzinfarkt hat nicht nur gesundheitliche Folgen. Die oft lebensbedrohliche Erfahrung lässt auch auf emotionaler Ebene viele Betroffene nicht unberührt. Einige Menschen entwickeln nach einem Herzinfarkt Depressionen oder Angstzustände. Aus diesem Grund ist innerhalb der Rehabilitation nach einem Herzinfarkt in der Regel auch eine psychologische Betreuung vorgesehen.

Rechtliche und soziale Aspekte: Ein großer Punkt der Verunsicherung für viele Betroffene ist die Frage nach der sozialen Absicherung. Wie lange dürfen Menschen nach dem Herzinfarkt von der Arbeit fern bleiben? Welche Behandlungsmaßnahmen und Hilfsgeräte werden von den Krankenkassen übernommen? Was geschieht im Fall einer Arbeitsunfähigkeit? In der Reha kann der Betroffene solche Fragen oft mit einem professionellen Berater klären. Mit ihm kann er über mögliche Sorgen und über Maßnahmen sprechen, die den Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtern.

Welche Formen der Reha gibt es?

Eine Reha kann entweder stationär oder ambulant verlaufen:

Stationär: Bei der stationären Reha verbringen Patienten die gesamte Behandlungsdauer in der Reha-Klinik. Das hat den Vorteil, dass zu jeder Zeit geschultes Personal als Ansprechpartner und zur Beobachtung der gesundheitlichen Entwicklung bereitsteht. Gleichzeitig bietet die stationäre Reha einen gewissen Schutz gegenüber Alltagsstress. Betroffene können sich vollständig auf ihre Rehabilitation konzentrieren, ohne sich um die üblichen Anforderungen des täglichen Lebens kümmern zu müssen.

Ambulant: Bei einem ambulanten Rehabilitations-Programm ist der Patient tagsüber in der Klinik, schläft jedoch zuhause oder verbringt einzelne Tage auch komplett zuhause (beispielsweise über das Wochenende). Eine ambulante Reha ermöglicht somit eine schnellere Rückkehr ins normale Leben. Dies kann z. B. für Patienten hilfreich sein, die schnell in den Kreis ihrer Familie zurückkehren möchten oder bestimmte unausweichliche Pflichten zu erfüllen haben. Eine ambulante Reha ist in der Regel nur für gesundheitlich verhältnismäßig leichte Fälle zu empfehlen. In jedem Fall sollte gewährleistet sein, dass der Patient nicht zu stark belastet wird.

Welche Form der Reha im individuellen Fall am besten geeignet ist, wird im Arzt-Patienten-Gespräch geklärt. Der Arzt berücksichtigt dabei sowohl die persönlichen Wünsche des Betroffenen als auch die Schwere des Herzinfarkts und den allgemeinen Gesundheitszustand.

Nach der Reha: Gelerntes umsetzen

Auf dem Weg in das Leben nach einem Herzinfarkt ist die Reha für viele der erste Schritt. Sie darf aber auch nicht der letzte sein. Wer nach der Reha zu seinen alten Lebensgewohnheiten zurückkehrt, erhöht oft die Gefahr, erneut einen Herzinfarkt oder Spätfolgen des Herzinfarkts zu erleiden. Allerdings ist auch nach der Reha niemand auf sich allein gestellt. Neben den regelmäßigen ärztlichen Kontrolluntersuchungen stehen Betroffenen bei Bedarf zahlreiche Selbsthilfegruppen, Herzsportgruppen und Patientengesellschaften mit Rat und Tat zur Seite. Auch unser Herzfit-Service unterstützt Sie jederzeit durch geschulte Telefonansprechpartner. Dabei haben Sie auch die Möglichkeit, Messwerte eines kleinen 12-Kanal-EKGs für zuhause elektronisch an unsere Zentrale zu übertragen und sofort im Telefongespräch Rückmeldung dazu zu erhalten. Erfahren Sie mehr.

Reha nach dem Herzinfarkt – Der Weg zurück ins Leben
4.5 (90%) 2 votes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.