Wie kann man das Risiko eines zweiten Herzinfarkts verringern?

Nach einem Herzinfarkt möchten die meisten gern schnell in Ihren gewohnten Alltag zurückkehren – andererseits fürchten sie sich vor einem zweiten Herzinfarkt und haben Hemmungen, ihr Leben wie gewohnt fortzuführen. Doch ein geregeltes und zufriedenes Leben ist nicht nur für das psychische Wohlbefinden wichtig; auch das Herz profitiert davon. Lesen Sie hier, wie Sie das Risiko eines zweiten Herzinfarktes verringern können.

MTB und Nordic Walking©Alexander Rochau / Fotolia

Steigern Sie Ihr Wohlbefinden

Der erste Schritt in ein zufriedeneres Leben ist ein regelmäßiger Tagesablauf. Stehen Sie immer zur gleichen Uhrzeit auf und strukturieren Sie Ihren Alltag – lassen Sie sich aber Raum für Entspannung. Kleine Rituale, zum Beispiel einen Spaziergang am Abend sollten Sie unbedingt fest integrieren. Ein anderer Weg können auch Haustiere sein: Der Kontakt zu dem Tier macht glücklich, das Streicheln baut Stress ab und senkt den Blutdruck. Mit einem Hund müssen Sie bei Wind und Wetter täglich vor die Türe. Das bringt Sie an die frische Luft und stärkt Ihr Immunsystem.

Bedenken Sie jedoch, dass ein Tier auch eine große Verantwortung mit sich bringt und eine Entscheidung für viele Jahre ist. Wenn Sie sich das nicht zutrauen, bieten Sie Ihre Dienste als Tiersitter an.

Bleiben Sie fit – auch körperlich!

Herzsportgruppen sind eine ideale Möglichkeit, um wieder mehr Bewegung in Ihren Alltag zu bringen. Geschulte Übungsleiter und medizinische Betreuer achten auf ein schonendes Training und beraten Sie zu gesundheitsbildenden Maßnahmen. Gleichzeitig können Sie sich mit den anderen Teilnehmern austauschen und knüpfen interessante Kontakte.

Wenn Sie übergewichtig sind, klären Sie zunächst mit Ihrem Arzt die Ursache ab. Häufig sind Wassereinlagerungen schuld, die medikamentös behandelt werden müssen. Sie verursachen Kurzatmigkeit und belasten auch das Herz. Eine Gewichtszunahme von mehr als drei Kilo in zwei Tagen kann auf Wassereinlagerungen hindeuten und sollte abgeklärt werden.

Um Ihr Gewicht zu reduzieren, können Sie, nach Absprache mit Ihrem Arzt, Sport treiben. Achten Sie dabei unbedingt auf die Ratschläge Ihres Arztes und hören Sie auf Ihren Körper. Überfordern Sie sich nicht, sondern beginnen Sie langsam mit der Bewegung.

Übungen

Schrecken Sie vor dem Gang ins Fitnessstudio zurück oder sind noch nicht fit genug? Dann bauen Sie doch ein wenig Bewegung in Ihren Alltag ein. Diese leichten Übungen können Sie ganz nebenher erledigen:

    1. Vor dem Aufstehen. Strecken und dehnen Sie alle Glieder soweit es für sie machbar ist. Das regt den Kreislauf an und verbessert Ihre Beweglichkeit.
    2. Beim Zähneputzen. Nutzen Sie die Zeit, die Sie sonst bewegungslos vor dem Spiegel stehen, um sich ein wenig zu bewegen. Sie können leichte Kniebeugen machen oder Bein-, Bauch, Becken oder Po-Muskulatur anspannen, halten und wieder loslassen.
    3. Unter der Dusche. Legen Sie Ihre Hände wie beim Beten vor der Brust zusammenfassen, drücken sie die Handflächen gegeneinander und entspannen Sie wieder. Ideal sind zehn Wiederholungen.
    4. Spazierengehen. Gehen Sie jeden Tag ein paar Minuten spazieren. Anfangs nur einmal um den Block, später können Sie sogar täglich 30 Minuten oder gar eine Stunde spazieren gehen. Die frische Luft sorgt zudem für gute Laune und stärkt Ihr Immunsystem.
    5. Mehr Bewegung. Wenn Sie sich fit genug fühlen, verzichten Sie auf Rolltreppen oder Aufzüge und nehmen die Treppe. Wenn Sie öffentliche Verkehrsmittel nutzen, steigen Sie eine Station früher aus und laufen den Rest. So kommt jeden Tag ordentlich was zusammen.

Sie sehen: Kleine Übungen lassen sich ganz einfach in den Alltag integrieren – so halten Sie sich fit und beweglich.

Senken Sie Ihren Blutdruck

Zu hoher Blutdruck ist der gefährlichste Risikofaktor für Herzkrankheiten und Schlaganfälle. Um Ihren Blutdruck nach einem Herzinfarkt dauerhaft zu senken, können Sie einiges tun. Sprechen Sie jedoch alle Maßnahmen mit Ihrem Arzt ab und reduzieren Sie keinesfalls ihre Medikamente in Eigenregie.
Gewichtsreduktion und Bewegung sind das A und O. Im vorherigen Absatz finden Sie nützliche Informationen dazu. Salzhaltige Speisen können ebenfalls einen zu hohen Blutdruck verursachen. Die meisten Menschen nehmen zehn bis 15 Gramm Salz zu sich – einige sogar das Doppelte. Versuchen Sie daher, die tägliche Salzzufuhr auf sechs Gramm zu reduzieren. Um trotzdem pikante Speisen zu genießen, greifen Sie auf frische oder getrocknete Kräuter zurück. Viel zu viel Salz ist vor allem in den meisten Fertigprodukten vorhanden. Kochen Sie daher lieber selbst.

Auch im Umgang mit Alkohol sollten Sie vorsichtig sein. Männern wird empfohlen, die tägliche Menge von 20 Gramm Alkohol nicht zu überschreiten, bei Frauen sind es sogar nur zehn Gramm. Das entspricht etwa einem bzw. einem halben Glas Wein.

Regelmäßige Vorsorge

Routine- und Vorsorgeuntersuchungen sollten Sie keinesfalls auslassen. Bei regelmäßigen Arztbesuchen können Veränderungen und Risikofaktoren schnell erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Der Herzfit-Service ist eine zusätzliche Unterstützung für Ihren Arzt. Im Rahmen der vernetzten Versorgung können Sie Ihrem Arzt erlauben, auf die Daten Ihres EKG Geräts zuzugreifen. Sie entscheiden selbst, ob Ihr Arzt Ihre Daten einsehen darf.

Scheuen Sie sich auch nicht, kleinere Probleme und Veränderungen Ihrem Arzt gegenüber zu erwähnen. Er kann Ihnen sagen, worauf Sie achten müssen.

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